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„Das schlimmste was ein Volk tun kann, ist sich von einem Staat regieren zu lassen.“ Michail Alexandrowitsch Bakunin

5731 ,71 Euro  pro   Kopf

Das ist die Summe, mit welcher jeder der 82 Millionen Deutschen vom Baby bis zum  Rentner zusätzlich zu der bestehenden Prokopfverschuldung mehr belastet wurde. Ursache ist das Rettungspaket für die Zockerbanken, welches Angela Merkel und die große Koalition geschnürt haben. Für Hartz IV-Empfänger, arme Kinder und Bildung ist angeblich nie Geld da, auch wenn es nur läppische, zweistellige Milliardenbeträge wären, welche zur Linderung der größten Not notwendig wären. Den Banken, welche mit dem Geld ihrer Kunden im großen Stil halbkriminellen Geschäften Vorschub geleistet und den Menschen massiv geschadet haben, werden zum Dank die Steuermilliarden mit dem Füllhorn in den Allerwertesten gepulvert, während der durchschnittliche Bürger auf seinem Schaden sitzen bleibt oder gar in die Schuldenfalle bzw. später in die Altersarmut abrutscht.

Bedenken Sie bei Ihrer nächsten Wahl: Das ist “soziale Marktwirtschaft” Marke Angela Merkel und Marke große Koalition.

Wollen Sie das wirklich?

Klasse Erfindung von John C.Taylor, nach dem “ Grasshoper-prinzip“ von John Harrison (1772) ! Preis 1,8 Millionen US Dollar .

Der Schöpfer der Corpus Clock, John C.Taylor, möchte mit seiner beeindruckenden Uhr zeigen, wie endlich und zugleich unfassbar ein nur vordergründig exaktes Phänomen wie Zeit eigentlich ist: „Dies ist keine Computeranimation, sondern eine echte mechanische Uhr. Die Oberfläche der Uhr holt eine Zeit ab, die als Welle aus dem Zentrum des Universums zu uns kommt. Jede Sekunde rennt um das Zentrum, pulsierendes Licht, das verdeutlicht, wie die Zeit verrinnt.“

Taylors Anspruch drückt sich in den Bewegungen der blauen Licht-Dioden aus, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten um die Uhr rasen. Zwischendurch taucht immer wieder die konkrete Uhrzeit auf, verschwindet dann wieder, während der gigantische Grashüpfer auf der Uhr hockend die Zeit als rhythmischer Taktgeber verschlingt. Der Künstler dazu: „Unter unterschiedlichen Bedingungen verstreicht die Zeit schneller oder langsamer. Zeit ist relativ.“

Sieben Jahre hat Taylor an der Uhr gearbeitet und dabei ein technisch und künstlerisch perfektes Unikat geschaffen. Die Beine des Grashüpfers treiben das Uhrwerk an, das furchterregende Maul des Insekts verschlingt die Sekunden. Taylors Uhr ist fünfzig Mal größer als die Original-Uhr von Harrison und wird sich sicherlich zu einem Highlight für Cambridge-Reisende entwickeln.

Percy Schmeiser, Bauer und Saatgutzüchter aus Kanada wurde weltweit zum Symbol für den Widerstand gegen die brutalen Methoden des internationalen Saatgutmultis Monsanto, die Bauern einzuschüchtern oder sich gefügig zu machen.

Was war geschehen?

Die Nachbarn von Schmeiser bauten gentechnisch veränderten Raps an. Bei der Ernte im Herbst wehte der Wind Saatkörner über die Grundstücksgrenzen. Von den Erntefahrzeugen und Transportfahrzeugen fiel Erntegut herab und landete im Straßengraben und an den Feldrändern. Im Jahr darauf keimte dieses gentechnisch veränderte Saatgut auf Schmeisers Feldern, seine Ernte war zu einem geringen Prozentsatz mit diesen Genpflanzen kontaminiert.

Monsanto tat, was es auf der ganzen Welt tausendfach praktiziert: es zieht Proben von den Bauern, die kein Saatgut bei ihnen kaufen, weist die Kontamination nach, unterstellt den freien Bauern, sie würden illegal Monsanto-Saatgut anbauen und damit die Patentrecht von Monsanto verletzen. Dann wird dem Bauer ein Vergleich angeboten: Monsanto wolle auf Schadenersatzzahlungen verzichten, wenn der Bauer in Zukunft das gentechnisch veränderte Saatgut kaufe und für alle Zukunft darauf verzichte, jemals Schadenersatzansprüche an Monsanto zu stellen oder über diesen Deal öffentlich zu reden. Akzeptiere der Bauer nicht, müsse er sich vor Gericht für diese Patentverletzung verantworten.

Wie geht es einem Bauer, dem solch eine Drohung ins Haus flattert? Er ist allein auf seinem Hof, muß sich und seine Familie ernähren, hat vielleicht Angst, mit seinen Nachbarn darüber zu reden. Der Bauer gibt nach und denkt: so schlimm wird’s schon nicht sein.
Nicht so Percy Schmeiser. Er wollte weder das untaugliche gentechnisch veränderte Saatgut, noch sah er ein, weshalb er Monsanto gegenüber Schadenersatzpflichtig sein solle. Immerhin habe doch Monsanto-Saatgut seine Ernte kontaminiert und seine jahrzehntelange Zuchtarbeit – also geistiges Eigentum – zerstört. Monsanto sei ihm gegenüber Schadenersatzpflichtig.

Und so begann der lange Weg durch alle Instanzen bis zum Obersten Kanadischen Gerichtshof.In Kanada gab es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Richtlinien über das Verständnis von Patentierungen lebender Organismen. Das Unglaubliche geschah: Monsanto erhielt Recht. Schmeiser habe die Patentansprüche Monsantos verletzt. Vom Verletzen der Zuchtarbeit Schmeisers durch Monsanto war keine Rede. Allein da Schmeiser keinerlei Vorteile von dem gentechnisch veränderten Erntegut ziehen konnte, entschied das Gericht, dass er keinen Schadenersatz an Monsanto zahlen müsse. „Lediglich“ die Gerichtskosten (immerhin etwa 250.000 Euro) müsse er selbst tragen.

Nun erwachte die Welt. Warum schlief sie so lange? Die Bauern, die ein solch langwieriges, kostspieliges und nervenaufreibendes Verfahren nicht durchstehen konnten mögen ihre Lederjacke verflucht haben, die sie als Werbegeschenk von Monsanto beim Unterzeichnen des – aus unserem Rechtsverständnis – sittenwidrigen Knebelvertrages angenommen haben. Zu erkennen, dass man sich und das Recht auf die Redefreiheit für eine Lederjacke, ein Abendessen und Freibier verkauft hat ist für jeden Bauer, für jeden Mann eine Demütigung. Also wird geschwiegen. Weltweit.

Stehen die Konzerninteressen über dem jahrtausendealten Recht der Bauern auf Zucht und Nachbau ihrer standortangepassten Sorten? Darf es kapitalorientierten Gesellschaften gestattet werden, die Ernährungssouveränität ganzer Länder zu unterhöhlen? Darf Leben überhaupt patentiert werden?

Die Antwort lautet: nein! Und die Strategen von Monsanto wissen dies. Sie scheuen daher weder Kosten noch Kreativität, ihre nutzlosen Genkonstrukte als Heilsbringer gegen den Hunger auf der Welt in den Himmel zu loben. Und sie finden Gehör. Vor allem bei Nichtfachleuten: bei Wissenschaftlern und Politikern.

Wie viele verschlossene Briefumschläge mit Schmiergelder mögen in den letzten Jahren an Politiker übergeben worden sein? Vielleicht finanziert man auch einen Kindergarten oder eine Schwimmhalle im Wahlkreis des ausschlaggebenden Parlamentariers? Mit dem offiziell klingenden Namen „Drittmittelfinanzierung“ lässt sich Wissenschaft lenken, und wenn das noch nicht genügt, dann kauft man sich eben eine ganze Universität.

Die Fachleute, die Bauern und Imker aber wissen: ein Nebeneinander von Agrogentechnik und traditioneller Landwirtschaft ist nicht möglich. Kommerzieller Anbau und Versuchsanbau sind staatlich subventionierte oder zumindest geduldete Kontamination. Das zeigen die vergangenen zehn Jahre Erfahrung in Kanada. In Kanada gibt es praktisch keinen gentechnikfreien Raps mehr.

Monsanto will vollendete Tatsachen schaffen, ehe es nicht mehr möglich ist. Ehe die Menschen und Politiker in Deutschland, Europa und anderen Ländern dieser Erde erkennen, dass es kein Zurück mehr geben wird, wenn gentechnisch verändertes Erbgut erst einmal ausgebracht ist und sich unkontrolliert verbreitet.
Percy Schmeiser weiß das, und er hat mit seiner Frau nach vielen, vielen Gesprächen vereinbart, der Welt ein Geschenk zu machen.

„Louise und ich haben entschieden, dass wir uns den Rest unseres Lebens dafür einsetzen wollen, für das Recht der Bauern auf ihr eigenes Saatgut einzutreten. Biologische Vielfalt, die wir als Voraussetzung für die Sicherheit der Ernährung und die Zukunft der landwirtschaftlichen Kultur überhaupt ansehen, kann nur durch die Bauern, die ihren Boden und ihr Klima kennen bewahrt und gefördert werden. Meine Vorväter sind nach Kanada ausgewandert, um der Leibeigenschaft zu entfliehen. Sollen wir heute Leibeigene der multinationalen Saatgutkonzerne werden? Nein. Nur freie Bauern sind stolze Bauern, und diese wiederum sind es, die ihre Böden voll Verantwortung für die kommende Generationen pflegen“.

Percy Schmeiser kommt nach Deutschland, um unseren Blick auf die bittere Wirklichkeit in Kanada zu lenken.
„Wir Kanadier wussten vor zehn Jahren nicht, was mit der Gentechnik auf uns zukommt. Heute wissen wir: es war ein Fehler, dieses Zeug ins Land zu lassen. Ihr Europäer habt noch die Wahlfreiheit. Macht die Augen auf und zieht aus der Wirklichkeit, die sich in anderen Ländern bereits ereignet, eure Konsequenzen. Und dann handelt“.

Willkommen Percy Schmeiser.

„Cicero“: Wir sind dann mal ehrlich

Die Mauer wird plötzlich zum Thema

von André F. Lichtschlag

In kaum je gekannter Deutlichkeit hat jüngst der Chefredakteur eines deutschen Leitmediums diesem Land den Spiegel vorgehalten. Wolfram Weimer schreibt in seinem „Cicero“: „Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Es sind die Besten und Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zu den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands. Das Durchschnittsalter unserer Auswanderer beträgt 32 Jahre, es sind junge Ärzte und Ingenieure, Wissenschaftler und Facharbeiter, Handwerker, Techniker und ehrgeizige Dienstleister. Nach Angaben der OECD verliert derzeit kein anderer Staat so viele Akademiker.“

Inzwischen, so Weimer „gibt es kaum eine Familie mehr, die nicht betroffen ist, kaum ein Fernsehabend mehr ohne Serien wie ‚Umzug in ein neues Leben’ (Kabel 1), ‚Goodbye Deutschland’ (Vox), ‚Die Auswanderer’ (Pro7) und ‚Deutschland ade’ (RTL). Während unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Medizinbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient und dabei auch noch weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.“

Eindringlich fährt Weimer fort: „Das ist für die Deutschen, die sich jahrzehntelang als die Wirtschaftswunder-Klassenbesten gefühlt haben, eine schockierende Erfahrung. Auf einmal arbeiten sie als Gastarbeiter in fremden Ländern, und wenn die Wirtschaftselite der Welt sich in Davos trifft, dann sind die Hotelkellner die Deutschen. Die Überlegenheitsgewissheit, die jeden Urlaub im Süden zu einem Selbstbestätigungs-Event gemacht hat, ist verschwunden. Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Dubai, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihnen weniger übrig bleibt als einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben.“

Soviel privat. Und politisch? Weimer bringt auch dies auf den Punkt: „Während die Politzirkel Berlins noch selbstgefällig über Zuwanderungsquoten streiten, ist die Abwanderungsquote das eigentliche Problem. Während wir endlos über die Extreme von oben und unten diskutieren, vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen sollen. Unser Problem sind die Millionen der Mittelschicht, die die Gesellschaft tragen, sich aber von ihr zusehends weniger getragen fühlen. Sie zahlen immer höhere Abgaben, erleben Wohlstandsverluste, werden bevormundet, müssen ihre Kinder in schlechte Schulen schicken und werden dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt als die ganz unten und ganz oben. Die Flucht aus der Heimat ist eine Volksabstimmung mit den Füßen geworden.“

Soviel frischer Wind und ungehemmter Wahrheit war selten in deutschen Leitmedien. Die Eliten, die gestern noch bereitwillig ihr Blatt für die Propaganda von Beck, Müntefering, Lafontaine und Co. in eigener Sache öffneten – merken, dass Sozialismus und Zerfall immer bedrohlicher auch an dem Ast sägen, auf dem sie selbst sitzen. Verweigern sie plötzlich die Gefolgschaft?

Kurz vor dem Zusammenbruch der DDR schwenkten nach und nach die Medien um. Erst zaghaft und vereinzelt und dann immer lauter und vielstimmiger wurden die Massenflucht aus dem Sozialismus und die dahinterstehenden wirklichen Probleme thematisiert. Denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wolfram Weimer jedenfalls ist einer der ersten. Respekt!

Heute gibt es wenige wirkliche Werte bei dem großteil der Bevölkerung kaum gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschen mit Charisma . Wir verfeiern unseren ererbten Wohlstand, den eine disziplinierte, weniger verwöhnte und egoistische Gesellschaft in der Vergangenheit aufgebaut hat, sitzen auf einem hohen Ross und denken, es sei ein Naturgesetz, dass es uns gut zu gehen hat.

Dabei ist die Grundlage für unseren Wohlstand schon so gut wie verschwunden. Deutschland hatte die letzten 100 Jahre einen Vorsprung auf vielen Gebieten erarbeitet, der inzwischen nicht mehr vorhanden ist: Vorsprung durch Wissenschaft und in der technischen Entwicklung, einen hohen Entwicklungsstand der Zivilgesellschaft, einem hohen Bildungsstand, eine hoch entwickelte Arbeitsethik, gesellschaftliche Disziplin und klare, anerkannte Werte.

Die Rechnung für unsere Dekadenz kommt noch früh genug, wenn man sich die Blindgänger ansieht, die heute beiderseits des Lehrerpultes unsere Schulen bevölkern, oder wenn man sich die versponnenen, weltfremden Ideen des verbeamteten Bildungsbürgermittelstands und ihrer linksradikalen Wohlstandskinder ansieht oder den Opportunismus und die Rückgradlosigkeit unserer “Eliten”.

Wir verleugnen und verkaufen unsere Kultur , wir haben ja alles. Die eingewanderten hungrigen Barbaren sehen ganz richtig, dass das Gebälk unserer Gesellschaft ziemlich morsch geworden ist, obwohl die Fassade noch funkelt und sie warten auf ihre Chance, uns zu beerben, vermehren sich schon mal schön und radikalisieren sich.

Von unserer harmlosen und urlaubsüchtigen Partygesellschaft ist so etwas anstregendes wie organisierter, langfristiger Widerstand oder vorausschauendes Handeln nicht wirklich zu erwarten. Unsere traumhaft reiche, friedliche und zivilisierte Gesellschaft ist auch eine alptraumhaft richtungslose und wehrlose Gesellschaft – leichte Beute für Asylbetrüger, Schmarotzer und Kriminelle , die genauer wissen, was sie wollen und die als Kollektiv besser organisiert sind.

Man kann nur raten wie das ganze enden wird und hoffen dass ein umdenken in der jetzigen oberflächlichen, von Korruption und Dummheit geprägten Gesellschaft stattfindet .

 

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VORRATSDATENSPEICHERUNG

Der gläserne Patient

Kinderpornos, Waffen, Drogen – das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, das am Neujahrstag in Kraft tritt, soll die Verbrecherjagd im Internet erleichtern. Doch die Fahnder können auch die Krankheiten von Patienten ermitteln.

„Sie haben Krebs.“ Bekommt ein Patient in einem Arztgespräch eine Diagnose, möglicherweise über eine schwere Krankheit, geht er in der Regel sofort auf die Suche nach Informationen: am Kiosk, am Telefon, vor allem aber im Internet. Dort stoßen Patienten beispielsweise auf Selbsthilfegruppen, lesen die Informationsseiten von Universitäten, fahnden nach einem guten Arzt, finden Empfehlungen über Medikamente und bestellen Bücher. Sie beschaffen sich jede Information, die verfügbar ist. Und sie werden möglicherweise auch noch telefonisch eine lokale Selbsthilfegruppe kontaktieren – eine der effektivsten Hilfen bei schweren Krankheiten.

Ein Patient hinterlässt so eindeutige Spuren im Internet. Ein Fahnder, der dank des neuen Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung auf die Verbindungsdaten zugreift, weiß zwangsläufig von Diagnosen und Krankheiten. Sobald der Patient eine E-Mail an eine Sprechstunde, an einen Buchversand, an eine Selbsthilfegruppe schickt, lässt sich diese Spur verfolgen. Damit können die Fahnder vermuten, dass der Besitzer des Computers, sein Partner oder eines seiner Kinder unter einer bestimmten Krankheit leiden. Und bei Telefongesprächen, etwa mit ärztlichen Spezialisten oder mit Selbsthilfegruppen ist es noch eindeutiger: Der Kontakt etwa mit einem Spezialisten für Sexualdelikte oder ein Gespräch mit den Anonymen Alkoholikern wird ein halbes Jahr lang gespeichert.Das zweite Problem ist der Computer des Arztes. Auf dessen Festplatte sind Arztbriefe, Laborwerte, Untersuchungen, psychologische Einschätzungen und Daten der Krankenkasse gespeichert. In der Regel ist der Rechner online. Nordrhein-Westfalen erlaubt dem Landesverfassungsschutz den Zugriff auf Arztrechner. Ob er bundesweit erlaubt sein wird, entscheidet das Bundesverfassungsgericht vermutlich im Frühjahr. Damit könnten staatliche Organe im Detail sehen, wie es um Körper und Geist der Bürger bestellt ist. Arztgeheimnis hin oder her – der Bürger wird zu einem gläsernen Patienten.
Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte können auf die Daten zugreifen, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt. Ohne richterliche Anordnung dürfen Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und Militärischer Abschirmdienst auf die Vorratsdaten zurückgreifen.

Das Problem bekommt in wenigen Jahren andere Dimensionen: Im Zeitalter der Gendiagnostik sind nicht nur Krankheiten diagnostizierbar, sondern auch Krankheitsrisiken. Ein Patient wird wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit er im Laufe seines Lebens etwa einen Herzinfarkt, Brustkrebs oder Parkinson erleiden wird. Er wird nach einem solchen Gentest nach Informationen, Behandlungen und Hilfen suchen – im Internet, am Telefon, im Buchhandel. Und sein elektronisches Bewegungsprofil wird nicht mehr nur Aufschluss geben über die Krankheiten, die er hat. Vielmehr auch über die, die er mit großer Wahrscheinlichkeit bekommen wird. Und ein Überwacher kann diese Daten einsehen.

Daten über Krankheiten oder deren Risiken sind viel Geld wert: für Arbeitgeber, Krankenversicherer, Rententräger. Aber auch für die Anbieter von entsprechenden Dienstleistungen, für Kliniken und Altenwohnheime. Eine potentiell große Versuchung für diejenigen, die solche Daten speichern. Der Diskretion seines Arztes kann ein Patient vermutlich sehr viel eher vertrauen als der seines Überwachers.Sicher sind nur Daten, die gar nicht erst erhoben werden.

Quelle :D r. Magnus Heier ( niedergelassener Neurologe)

Klick

Hier noch ein guter Text von André F. Lichtschlag :
Die Symptome sind heute dieselben wie in der Endzeit der DDR: Massenflucht – die Auswanderungswelle der Leistungsträger steigt von Jahr zu Jahr. Nischengesellschaft – die Beteiligung an Wahlen und das Engagement in demokratischen Parteien sinkt rapide. Wirtschaftlicher Verfall – seit Jahrzehnten leben wir von der Substanz und verbrauchen den Wohlstand der Väter, statt neues Kapital zu bilden; Schulen und Straßen verfallen. Proletarisierung – staatsabhängige Asoziale anstelle selbständiger Menschen sind das Ergebnis des allumfassenden Sozialstaats.”Lichtschlag weiter:“In den letzten Jahren ging es Schlag auf Schlag, persönliche und wirtschaftliche Freiheit gingen stückweise verloren: immer höhere Steuern und Abgaben, Zwangsmitgliedschaften in IHKs oder GEZ, Meinungsverbote, Rauchverbote, Verhaltensgebote, ekliges Zwangsmülltrennen und klebriger Dosenrückbringzwang, Einrichtung von Überwachungs- und Abkassiersystemen per Maut und Telekommunikation, Wegfall des Bankgeheimnisses. Die BRD ist weit vorangeschritten auf dem Weg hin zu einem totalitären, neosozialistischen Staat.Die BRD ist in sich selbst nicht mehr reformierbar. Denn inzwischen stellen die Nettostaatsprofiteure die Mehrheit: Beamte, Politiker, Arbeitslose und Rentner stimmen mit ihren Mehrheiten jeden noch produktiven Menschen nieder und beuten ihn weiter und immer mehr aus.Die jüngsten Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind daher nur konsequent: Die Erwerbslosenquote in Berlin beträgt 19 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern liegt sie auf dem Rekordwert von 21 Prozent (zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen 10 Prozent und Bayern 7 Prozent). Dazu kommt die Quote der Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst, die in Berlin zusammen 15 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern gar 16 Prozent beträgt (zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen und Bayern jeweils 13 Prozent). Dazu addieren sich die von Zahlungen des Staates ebenfalls abhängigen Rentner und Pensionäre, die in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ebenfalls weit überdurchschnittlich anzutreffen sind. Zusammengerechnet stellen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die Nettostaatsprofiteure bereits über 70 Prozent der Gesamtbevölkerung.Es ist daher nur allzu verständlich: Die neuen Dealer, Trotzkisten (WASG) oder Nationalsozialisten (NPD), bieten den Staatsabhängigen nur eine noch etwas höhere Dosis allumfassenden Staats an. Bei dieser Bevölkerungsstruktur sind dringend nötige liberale Reformen inzwischen ausgeschlossen. Wie gegen Ende der DDR bedarf es auch heute radikaler, an die Wurzel gehender Lösungen: Die BRD, wie wir sie heute kennen, gehört abgewickelt!”Ein solcher Wahlrechtsentzug für die Unproduktiven, erläutert Lichtschlag weiter, wurde bereits in den 70er Jahren von Wirtschaftsnobelpreistäger Friedrich August von Hayek angedacht und kürzlich von Ökonomie-Professor Hans-Hermann Hoppe aus Las Vegas präzisiert. Zu Zeiten Hayeks habe es vielleicht Alternativen gegeben. “Heute ist ‘Weniger Demokratie wagen!’ der letzte Ausweg vor dem sicheren Gang in den Totalitarismus”, so Lichtschlag